Die FDAM stellt sich vor
Acht Ärztinnen und Ärzte gründen die FDAM, um ärztliche Orientierung zum Einsatz von KI in der Praxis zu veröffentlichen: versioniert, begutachtet und mit offengelegten Interessen.
Der Einsatz von KI-gestützten Werkzeugen im Versorgungsalltag hat sich schneller verbreitet, als ärztliche Fachgesellschaften und Leitliniengremien dazu Stellung beziehen konnten. Fragen wie der Umgang mit einer Gesprächsdokumentation durch einen Ambient Scribe, mit Patient:innen, die vor dem Termin einen Chatbot befragt haben, oder mit einer asynchronen Online-Konsultation stellen sich in Praxen und Kliniken bereits heute, ohne dass eine gemeinsame ärztliche Orientierung dazu vorläge. Die Fachgesellschaft für digital augmentierte Medizin (FDAM) wurde 2026 gegründet, um diese Lücke zu schließen.
Den Vorstand der FDAM bilden Prof. Dr. med. Christian Wülfing als Präsident und 1. Vorsitzender, Dr. med. Fanny Senner als Vizepräsidentin und 2. Vorsitzende sowie Dr. med. Jan-Christoph Loh als Schatzmeister. Als weitere Gründungsmitglieder haben Dr. Constantin Langenbach, Dr. Simon Senner, PD Dr. Johannes Döscher und Prof. Dr. Mandy Mangler die FDAM mit aufgebaut. Dr. med. Sven Jungmann ist als Gründungsmitglied für die operative Unterstützung zuständig, für Website, inhaltliche Aufbereitung und Qualitätssicherung, und ist wegen eigener Interessen in der KI-Industrie ausdrücklich nicht Teil des Vorstands.
Die FDAM veröffentlicht Orientierungspapiere: versionierte, ärztlich geprüfte Antworten auf einzelne Praxisfragen zum Einsatz von KI, die Wissen von Vermutung trennen, ihre Autor:innen mit Interessenerklärung nennen, einen unverändert mitveröffentlichten Red-Team-Kommentar tragen und in einer eigenen Fassung für Patient:innen vorliegen. Jedes Papier trägt ein Prüfdatum und wird je nach Themenfeld nach sechs bis achtzehn Monaten verpflichtend überprüft.
In Vorbereitung sind zweiundzwanzig Orientierungspapiere zu acht Themenbereichen: klinischer Alltag, Berufsausübung und Regulierung, Patient:innen und Souveränität, Grundkompetenzen im Umgang mit KI, Team und Versorgung, Forschung und Qualität, Ethik und Gerechtigkeit sowie Lernen und Lehre. Sie erscheinen schrittweise: zunächst als Vorabversion, sobald ein Red-Team-Kommentar vorliegt, und als begutachtetes Papier nach abgeschlossenem Review und fachärztlicher Prüfung. Die Orientierungspapiere sind ärztlich-praktische Orientierung und keine Rechtsberatung; der regulatorische Rahmen aus Gesundheitsdatennutzungsgesetz, Europäischem Gesundheitsdatenraum, KI-Verordnung und Medizinprodukterecht verändert sich fortlaufend.
Die FDAM befindet sich in Gründung; die Eintragung in das Vereinsregister und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit sind beantragt. Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen können ordentliches, junior- oder außerordentliches Mitglied werden, sich für den Review-Pool bewerben oder ein Thema für ein künftiges Orientierungspapier vorschlagen. Wissenschaftler:innen angrenzender Disziplinen sind als assoziierte Mitglieder willkommen.